Mit Low-Code: Wie Exolynk skalierbare, individuelle Lösungen für KMUs umsetzt und digitale Wertschöpfung schafft

Hallo Philippe, vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Stell dich unseren Leser:innen doch mal kurz vor – wer bist du, und was machst du bei Exolynk?

Ich habe zusammen mit Robert Exolynk gegründet und bin verantwortlich für den Erfolg unserer Kund:innen. Mein Mitgründer Robert ist für die Entwicklung unserer Plattform und Technologie verantwortlich. Mein eigener Hintergrund liegt in Elektronik, User Experience und Innovationsmanagement. Bei Exolynk kümmere ich mich vor allem um die strategische Ausrichtung, den Vertrieb, die Operations und darum, dass wir stets nah an den Bedürfnissen unserer Kund:innen bleiben.

Vielleicht möchtest du uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Exolynk ist eine Schweizer Digitalisierungs-Plattform mit Low-Code ansatz und KI Funktionen, mit der Unternehmen ihre ganz individuellen Prozesse digitalisieren und automatisieren können – und das bis zu zehnmal schneller und kostengünstiger als wenn dafür Individualsoftware entwickelt werden muss. Wir verbinden Datenmanagement und Automatisierung in einer flexiblen, sicheren Cloud-Lösung.

Welches Problem wollt ihr mit Exolynk lösen?

Viele KMUs wissen, dass sie digitaler werden müssen, scheitern aber an Komplexität, Kosten oder fehlenden Ressourcen. Wir setzen individuelle Anforderungen so schnell um, dass Sie sofort Mehrwert spüren und nicht Monat für Monat die unsichtbaren Kosten der Verzögerung zahlen.

Wie würdest du deiner Grossmutter Exolynk erklären ?

Stell dir vor, du hast eine Werkstatt, in der du in kürzester Zeit passgenaue, hochwertige Werkzeuge bauen kannst – exakt auf deine aktuelle Aufgabe zugeschnitten und jederzeit erweiterbar. Genau das macht Exolynk für Arbeitsabläufe: schnell umgesetzt, individuell und skalierbar. Für die ältere Generation: Es ist wie MS Access – nur in modern, mit Bedienoberfläche, im Internet-Speicher (Cloud) und wirklich zukunftsfähig.

Wie funktioniert euer Geschäftsmodell ?

Wir bieten unsere Plattform im SaaS-Modell an, als monatliches oder jährliches Abonnement. Unternehmen zahlen je nach Funktionsumfang und Nutzeranzahl. Zusätzlich bieten wir massgeschneiderte Lösungen, individuelle Integrationen sowie Hands-on-Beratung und praxisnahe Umsetzung an.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Am Anfang wollten wir alles auf einmal machen, zu viele Funktionen gleichzeitig. Wenn ein Kunde etwas brauchte, das wir noch nicht hatten, haben wir es für ihn gebaut. Klar, wir haben das bezahlt bekommen, aber langfristig hat es uns mehr gekostet als gebracht. Jede dieser Sonderlösungen brachte neue Altlasten mit sich und wurde oft nur von genau diesem Kunden genutzt.

Dazu kam, dass wir im Vertrieb vieles ausprobiert haben, ohne klare Linie. Wir wussten nie so richtig, wie lange wir an einem Ansatz festhalten sollten und wann der Moment gekommen ist, etwas Neues zu probieren. Das hat uns hier und da wertvolle Zeit gekostet

Was habt ihr daraus gelernt ?

Wir haben gelernt, konsequent zu priorisieren und strategisch vorzugehen und wir haben verstanden, dass Geduld ein entscheidender Faktor ist. Ergebnisse brauchen Zeit, und nicht jeder Ansatz lässt sich schon nach zwei Wochen beurteilen. Manchmal muss man ausharren, bis genügend belastbare Daten vorliegen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Manchmal entscheidet man aus dem Bauch heraus. Aber eines ist sicher: Entscheidungen auf die lange Bank zu schieben, ist immer der schlechteste Weg.

Und wo habt ihr bisher alles richtig gemacht ?

Von Anfang an haben wir mit echten Kundenprojekten gearbeitet. So konnten wir die Plattform praxisnah entwickeln und schnell echten Mehrwert liefern.

Ausserdem sind wir schlank aufgestellt geblieben: keine aufgeblähte Organisation, sondern ein Team, das schnell reagieren kann, wenn sich Marktbedingungen ändern. Das hat uns schon oft geholfen, agil gegenzusteuern oder neue Chancen sofort zu nutzen.

Was ist euer nächstes grosses Ziel ?

Wir wollen aus dem DACH-Raum heraus in weitere EU-Märkte expandieren, unsere Positionierung schärfen und unseren technologischen Vorsprung gezielt ausbauen. Ein besonderer Fokus liegt auf grösseren Projekten in der produzierenden Industrie, dort wollen wir Unternehmen helfen, den Wirtschaftsraum Schweiz/EU langfristig wettbewerbsfähig und innovativ zu halten.

Vielleicht noch ein paar persönliche Fragen – Stell dir vor, du würdest heute nochmal ganz von vorn starten. Was würdest du anders machen?

Obwohl wir dies ziemlich konsequent gemacht haben, noch früher und noch stärker auf einen klaren MVP fokussieren und weniger in „nice-to-have“-Features investieren.

Erinnerst du dich noch an den Moment, in dem du entschieden hast: Ich gründe ein Unternehmen!? Was war der Auslöser?

Eigentlich war mir das schon lange klar. Mein erstes Unternehmen habe ich bereits während meiner Berufslehre gegründet – neben meinem 100%-Job habe ich an den Wochenenden Eventtechnik installiert und vermietet. Später, als ich Robert kennenlernte und wir gemeinsam sahen, wie viel Zeit und Geld Unternehmen für Digitalisierung ausgeben und trotzdem mit halbgaren, nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Lösungen arbeiten mussten, war klar: Wir wollen es besser machen.

Jede Gründung bringt Herausforderungen. Was war deine grösste bisher – und wie hast du sie gelöst?

Die Balance zwischen schneller Markteinführung und hoher Qualität. Gelöst haben wir das mit einem agilen Entwicklungsprozess und sehr engem Kundenfeedback.

Welche Entscheidung hat sich im Nachhinein als goldrichtig herausgestellt?

Unsere Plattform von Anfang an branchenübergreifend einsetzbar zu machen – das gibt uns heute enorme Flexibilität. Robert hatte dafür von Anfang an das richtige Näschen und die Software-Architektur so aufgesetzt, dass sie heute in verschiedenen Branchen flexibel einsetzbar ist.

Was war der beste Ratschlag, den du je bekommen hast – und von wem?

„Fake the shit – und bau nichts, was nicht mindestens zehn Leute wirklich haben wollen.“ Dieser Tipp kam von einem ehemaligen Studienkollegen, der selbst ein sehr erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und mittlerweile einen Exit hingelegt hat.

Welchen Rat würdest du anderen Gründer:innen mit auf den Weg geben – besonders jenen, die noch zögern?

Fangt klein an, testet schnell und wartet vor allem nicht, bis alles perfekt ist. Perfektion ist oft der Feind des Fortschritts.

Was ist eine harte Wahrheit über Unternehmertum, über die zu wenig gesprochen wird?

Dass Durchhaltevermögen wichtiger ist als die ursprüngliche Idee und dass Vollzeit-Unternehmertum als gebootstrapptes Startup in der Schweiz wirklich, wirklich schwierig ist.

Welche Bücher, Podcasts oder Menschen inspirieren dich – und warum?

“The Lean Startup” von Eric Ries – für seinen klaren Fokus auf schnelles Lernen und “The Dawn of Everything” von David Graeber und David Wengrow, das neue Perspektiven auf die Entwicklung von Gesellschaften eröffnet. Ausserdem inspiriert mich der Austausch mit Menschen aus völlig anderen Branchen, weil er immer wieder frische Blickwinkel bringt.

Was war für dich ein echter „Gamechanger“ – ob Tool, Team oder Mindset?

Das Mindset, Herausforderungen als gemeinsames Lernfeld zu sehen, und ein interdisziplinäres Team, das Technik, Business und Kreativität vereint. Diese Kombination hat nicht nur unsere Lösungen besser gemacht, sondern auch die Art, wie wir als Gründer denken und arbeiten, grundlegend verändert.

Was bedeutet für dich Erfolg – ganz persönlich?

Wenn wir es schaffen, unseren Kund:innen Zeit und Nerven zu sparen und gleichzeitig ein gesundes, motiviertes Team haben.

Wenn du anderen Gründern oder Unternehmer:innen in der Schweiz eine Botschaft mitgeben könntest – welche wäre das?

Nutzt die Vorteile unseres Standorts, kurze Wege, starke, vielfältige Netzwerke und denkt trotzdem global.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mit uns so offen zu sprechen.

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