Elephbo – nachhaltige Fashion Produkte mit recyceltem Zementsack aus Kambodscha

Hallo Nicolas, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

ELEPHBO recycelt Zementsäcke aus Kambodscha und produziert daraus Taschen, Sneaker, Rucksäcke und Accessoires. Wir glauben nicht an grosse Sprüche, lieber kleine Taten, die zu einer grossen Sache beitragen. Unser Ziel ist es, dass ELEPHBO-Produkte und ihre Herstellung stets positive Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen garantieren. Aus diesem Grund verwenden wir nicht nur recycelte Materialien, sondern setzen uns für faire Arbeitsbedingungen und die faire Bezahlung der Menschen in der gesamten Wertschöpfungskette ein.

Welches Problem wollt Ihr mit ELEPHBO lösen ?

Jahr für Jahr landen in Kambodscha Unmengen an Müll einfach auf der Strasse, anstatt ordnungsgemäss entsorgt zu werden, darunter auch massenhaft leere Zementsäcke aus Plastik. Mit ELEPHBO sind wir Teil einer grossen Mission, die in Entwicklungsländern auf die Umweltverschmutzung aufmerksam machen will und Menschen darauf sensibilisiert. Mit ELEPHBO wollen wir unseren Teil dazu beitragen und mit einem sozialen und nachhaltigen Einfluss Produkte kreieren.

Wie ist die Idee zu ELEPHBO entstanden ?

Während den Semesterferien in Südostasien ist mir der sorglose Umgang mit Zementsäcken aufgefallen. Diese sahen dazu einfach auch noch richtig cool aus. Daraus entstand die Idee den Plastikabfall einzusammeln und wieder zu verwerten. Der Startschuss in ein neues Abenteuer war gefallen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter ELEPHBO erklären ?

ELEPHBO recycelt Zementsäcke in Kambodscha und verarbeitet diese zu Produkten wie Taschen, Schuhe, Rucksäcke und Accessoires.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Nicht all zu gross, zumindest was das Upcycling Konzept angeht. In der Produktion und im Vertrieb hat sich einiges verändert, so haben wir mittlerweile 4 verschiedene Produktionsstandorte in Asien und Europa und konzentrieren uns im Vertrieb klar auf den Onlinevertrieb.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Elephbo ist Produzent, Händler, Vermarkter und Vertreiber von nachhaltigen Fashion Produkten. Wir recyceln die Materialien, verarbeiten diese zu Produkten und verkaufen diese durch verschieden Vertriebskanäle.

Wie genau hat sich ELEPHBO seit der Gründung entwickelt ?

Wir konnten Jahr für Jahr zweistelliges Wachstum verzeichnen und dementsprechend expandieren. Das Sortiment hat sich in die Tiefe sowie in die Breite stark vergrössert. Das Team und die Produktionen sind entsprechend ebenfalls gewachsen. Zuletzt konnten wir einen neuen Produktionspartner in Kambodscha gewinnen mit dem wir diesen Herbst eine neue Kollektion aus recyceltem PET auf den Markt bringen. Wie man sieht, es geht voran!

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Die Produktion des Elephbo Sortiments beansprucht zur Zeit vier Teams verteilt in verschiedenen Ländern. Das Recycling-Team in Kambodscha besteht aus 11 Personen, wobei dieses während der Trockensaison bis zu 20 Personen anwachsen kann. Anschliessend werden sämtliche Taschen und Backpacks seit 2015 in einem kleinen Familienatelier in Banja Luka, Bosnien produziert. Die Sneaker in einem KMU in Portugal genäht und die Caps bei einem Partner in Guangzhou, China.

Zu guter letzt werden die Elephbo-Produkte nach Zürich verschickt, wo sich ein vierköpfiges operatives Team um das Marketing, die Produktentwicklung, die Logistik, das Customer Care und Business Development kümmert. Zusammen konnten wir bereits über 90’000 Zementsäcke recyceln und tausende von Kunden damit beglücken.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Zu Beginn wollte ich zu viel auf ein Mal: Haufenweise neue Produkte entwickeln, expandieren in verschiedene Ländern und gleichzeitig das soziale Engagement in neue Entwicklungsländern aufbauen. Offensichtlich fehlte mir der Fokus. Darunter hat einerseits die Qualität der Produkte gelitten und natürlich auch das gesamte Team. Während den ersten zwei Jahren wurde definitiv einiges an Lehrgeld für diese Fehler bezahlt, glücklicherweise haben wir jedoch aus diesen Fehlern gelernt und machen es heute umso besser.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Wir fokussieren auf die Kernprodukte und perfektionieren diese um dem Kunden ein bestmögliches an Qualität zu bieten. Zudem konzentrieren wir uns auf der Recycling Seite erst mal auf Kambodscha und optimieren weiter die Prozesse um noch mehr Material einsammeln zu können und gleichzeitig mehr Menschen eine faire Arbeit anbieten zu können.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Die Vision konnte bislang erfolgreich umgesetzt werden und somit viele faire Arbeitsplätze geschaffen werden. Letztendlich sind wir uns immer treu geblieben und glauben nach wie vor daran das viele kleine guten Taten zu einer grossen Mission nötig sind. Wir haben tonnenweise Plastik eingesammelt und zu Produkte verarbeitet auf die wir heute wirklich stolz sein dürfen.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Die Basis für die GmbH habe ich aus eigener Tasche finanziert. Um den Wachstum voran zu treiben haben wir 2018 eine Seedfundinground von 250k CHF gemacht und zwei Business Angels mit an Board geholt. Seither wachsen wir organisch durch den Vertrieb unserer Produkte.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Unsere nächsten Schritte beinhalten zum Einen unser Sortiment zu diversifizieren, sprich eine neue Kollektion aus recyceltem PET in Kombination mit dem Zementsack auf den Markt zu bringen. Zum Anderen sind wir zurzeit im Aufbau eines neuen Produktionsstandortes mit Sitz in Kambodscha, durch welchen wir unser Engagement in Kambodscha ausweiten und gleichzeitig Logistikkosten und Produktionskosten signifikant senken können.

Vielen Dank für das Interview.

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