Parashift – kümmert sich um die Dokumentenautomation

Hallo Alain, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Parashift kurz vor:

Mein Name ist Alain Veuve, ich bin Gründer und CEO von Parashift. Mein Fokus liegt auf dem Bauen von Tech-Unternehmen vornehmlich im Softwarebereich. Unser Team bei Parashift besteht aus Machine-Learning Engineers, Softwareentwicklern und Spezialisten aus dem Bereich der Dokumentenverarbeitung.

Vielleicht möchtest Du uns ganz am Anfang unseres Interviews Euer Startup kurz vorstellen ?

Parashift wurde 2017 gegründet und betreibt aktive KI-Grundlagenforschung, mit dem Ziel autonome Dokumentenextraktion Realität werden zu lassen. Das Unternehmen beschäftigt heute ein Team von 25 Leuten und hat seinen Sitz in Sissach.

Welches Problem wollt Ihr mit Parashift lösen ?

Mit Parashift lösen wir das Problem der Dokumentenverarbeitung. Diese ist heute zeit- und kostenintensiv und daher alles andere als gelöst. Das Verlangen nach einer Lösung wird aber immer grösser, da Unternehmungen mit Hochdruck nach Wegen suchen, ihre Kosten reduzieren und die Produktivität, Prozesskontinuität sowie Systemeffizienz steigern zu können. Mit diesen Intentionen investieren auch immer mehr Firmen in Technologien wie Robotic Process Automation (RPA). Diese sind jedoch nur so gut, wie die Daten, die den Arbeitsschritten und Prozessen zugrunde liegen, die mittels solcher Software automatisiert werden sollen. Gemäss Gartner sind über 80% solcher unternehmensinternen Daten semi-strukturiert oder unstrukturiert, wodurch also deren Impact noch stark limitiert ist. Deshalb ist das Lösen der Problematik der Dokumentenverarbeitung für die weitere Evolution der Digitalen Transformation absolut zentral.

Wie ist die Idee zu Parashift entstanden ?

Die Idee für Parashift entstand aus einer anderen Softwareunternehmung namens Accounto. Diese habe ich 2016 zusammen mit meinem Partner Jan-Hendrik Heuing gegründet. Mit Accounto bauen wir Software, welche die Buchhaltung für KMU und Treuhänder radikal vereinfacht und effizienter gestaltet. In diesem Zusammenhang suchten wir nach einer geeigneten Lösung zur Dokumentenextraktion und mussten feststellen, dass es da noch keine robusten Systeme gab, die unseren Anforderungen gerecht werden konnten. So entschieden wir uns, im Rahmen einer eigenständigen Firma dieses Problem selbst anzugehen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Parashift erklären ?

Parashift entwickelt eine globale Plattform zur länder- und sprachunabhängigen autonomen Dokumentenverarbeitung. Durch diese Autonomie, sprich, ohne die Notwendigkeit für menschliche Interaktionen, können wir die Verarbeitungskosten pro Dokument im Durchschnitt auf unter 1 Cent senken und die Durchlaufzeit auf nur wenige Sekunden minimieren. Resultat ist nicht nur eine signifikante Kostenreduktion, sondern auch die Eröffnung von ganz neuen Geschäftsopportunitäten.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Der Kern unseres Konzeptes hat sich während der ganzen Zeit nicht geändert. Was sich jedoch verändert hat, ist die Roadmap in Bezug auf die Kommerzialisierung der Funktionalitäten. Ursprünglich wollten wir diese von Beginn an auch für KMU zugänglich machen. Da dies aber die Entwicklung einer vollumfänglichen Dokumentenmanagement-Plattform vorausgesetzt hätte, entschieden wir uns gegen die weitere Verfolgung dieser Idee und für den alleinigen Fokus auf die Extraktionsproblematik.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir verkaufen unsere Technologien an Softwarehersteller, BPO und grosse Unternehmungen. Diese bezahlen eine monatliche Subscription Fee sowie eine transaktionsbasierte Fee für die tatsächlich verarbeitete Anzahl an Dokumenten.

Wie genau hat sich Parashift seit der Gründung entwickelt ?

Die ersten Jahre waren voll und ganz der Forschung und Entwicklung gewidmet. Im Sommer 2019 lancierten wir dann unser erstes Produkt. Seither haben wir eine Vielzahl an Proof of Concepts mit Playern aus unterschiedlichen Branchen durchgeführt, erste Partnerschaften entwickeln sowie Kunden gewinnen können. Darunter auch einige grosse Schweizer Brands. Die Resonanz, die wir aus den Interaktionen mit unseren Stakeholdern erhalten, deckt sich sehr stark mit unserer Thesis. Denn wie schon erwähnt, ist das Problem der Dokumentenverarbeitung noch nicht gelöst. Die Zeit ist jedoch reif, dass ein Player mit dem richtigen Know-How und den notwendigen Ressourcen das Problem mittels Reengineering Bottom up restrukturiert und die Vorzüge neuster Technologien zielgerichtet einsetzt, wodurch dieser ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gewinnen kann. Wir sind optimistisch, dass wir dieser Player sein können.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Aktuell beschäftigen wir 25 Leute, wobei 17 dieser Machine Learning Engineers und Software Developers sind. Und wir suchen übrigens noch weitere Leute für offene Stellen in diesen beiden Bereichen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

So richtig schief ist nix gegangen. Aber in Retro würde man immer einiges anders machen.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Radikal und konsequent eine Grundstrategie zu verfolgen ist meist hart, lohnt sich aber langfristig.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir sind bis jetzt nicht von unserer Vision abgerückt, auch wenn das kurzfristige Erfolge gebracht hätte.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Die bisherige Finanzierung haben wir teilweise durch die Gründer und teilweise durch Risikokapitalgeber vorgenommen.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

2020 investieren wir noch einmal verstärkt in die Forschung und weitere Entwicklung unserer Technologien, um den technischen Fortschritt weiter voranzutreiben und uns einen entscheidenden Marktvorteil sichern zu können. Zu diesem Zweck werden wir im Verlaufe des Jahres eine weitere größere Finanzierungsrunde durchführen und unser Team ausbauen. Darüber hinaus wollen wir unser Vertriebs- und Integrationspartnernetzwerk stark ausbauen, um so unseren Kunden in verschiedenen Märkten die bestmöglichste Unterstützung auf dem Weg zur erfolgreichen Automatisierung garantieren zu können.

Vielen Dank für das Interview.

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