Hypotheke.ch vernetzt Immobilienbesitzer mit Banken, Versicherungen und Pensionskassen

Hallo Florian, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei HYPOTHEKE.CH kurz vor:

Wir sind drei Gründer, die aktiv für HYPOTHEKE.CH arbeiten. Wir kennen uns alle schon sehr lange und es besteht auch privat eine enge Verbindung. Wir kombinieren langjährige Erfahrung aus der Finanzindustrie und dem IT-Bereich. Ich selber komme aus der Finanzbranche, bin aber in meinen Augen kein typischer Banker. Bei einem Grossbetrieb zu arbeiten engt mich zu stark ein und es geht mir zu wenig schnell vorwärts.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

HYPOTHEKE.CH ist seit Oktober 2019 online. Zwei der Gründer – Damian Gliott und ich – haben im 2007 bereits die VermögensPartner AG, ein Finanzdienstleister im Bereich Vorsorge / Pensionierungsplanung und Vermögensverwaltung, gegründet. Es kann somit viel Know-How transferiert werden. Schon die VermögensPartner AG hatte bereits bei der Gründung eine Vision: Vermögensverwaltung und Finanzberatung ohne Interessenkonflikte nur im Sinne des Kunden. Das heisst: Provisionsfrei und völlig unabhängig im reinen Honorarmodell. Ähnlich ist das auch bei HYPOTHEKE.CH – dort kommt aber noch die Digitalisierung eines bisher analogen Geschäfts hinzu.

Welches Problem wollt Ihr mit HYPOTHEKE.CH lösen ?

Die Hypothekarzinsen gehören bei den meisten Immobilienbesitzern zu den grössten Ausgaben überhaupt. Weil der Markt – oder besser gesagt die Preis- und Zinsgestaltung – intransparent ist, zahlen die meisten zu viel. Wir wollen einen intransparenten Markt transparent machen. Davon profitieren am Schluss alle, die eine Hypothek haben. Anstatt von Bank zu Bank zu gehen erhält man Hypothekarangebote verschiedener Kreditgeber direkt auf HYPOTHEKE.CH. Wir haben beste Angebote und der Kunde spart viel Geld. Trotzdem wird er vom Kreditgeber genau gleich behandelt, wie wenn er selber – ohne uns – eine Hypothek abgeschlossen hätte.

Wie ist die Idee zu HYPOTHEKE.CH entstanden ?

Banken und Kreditgeber haben uns immer wieder gesagt, dass sie noch bessere Zinsen machen können, wenn Sie Hypothekaranfragen mit einer hohen „Conversion Rate“ erhalten. Das bedeutet: Am besten entsteht aus jeder Anfrage eine neue Kundenbeziehung. Die meisten Hypothekenmakler und Berater arbeiten aber so, dass sie bei fünf oder zehn Kreditgebern den Kundenfall durchrechnen lassen. Alle Kreditgeber müssen arbeiten und Zeit investieren, aber nur einer kann am Schluss den Abschluss machen. Privatkunden, die mit den Banken verhandeln machen das häufig genau gleich und lassen verschiedene Anbieter offerieren und verhandeln dann nach. Weil bei HYPOTHEKE.CH alles digital ist, hat der Kunde alle Entscheidungsparameter und kann ein Angebot wählen, bevor Arbeit beim Kreditgeber entsteht. Ein zweiter Effekt: Weil nur so volle Transparenz und Vergleichbarkeit entsteht, haben wir beste Zinsen. Kunden müssen also nicht nachverhandeln sondern erhalten voll automatisiert das beste Angebot auf genau ihre Situation abgestimmt. Kreditgeber sind auf der Plattform bewusst einem Konkurrenzdruck ausgesetzt.

Wie würdest Du Deiner Großmutter HYPOTHEKE.CH erklären ?

An einem Ort kommen alle Informationen von Banken, Versicherungen und Pensionskassen im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen zusammen. Dieser Ort heisst HYPOTHEKE.CH. Kunden von HYPOTHEKE.CH erhalten diese Informationen und können so herausfinden, welcher Anbieter das beste Angebot hat. Und das Beste: Die Transparenz sorgt dafür, dass die Angebote besser sind als direkt bei den Anbietern in der Filiale.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Unser Konzept hat sich eigentlich kaum verändert. Wir haben aber gemerkt, dass die guten Zinsen nicht der einzige Vorteil sind, wenn man eine Hypothek über unsere Plattform abschliesst. Kunden schätzen, dass sie transparent sehen, welcher Kreditgeber welches Angebot macht. Nicht selten wird der Kreditgeber mit dem zweit- oder drittbesten Zinssatz gewählt, weil das Angebot einfach auch sonst perfekt passt. In diese Richtung möchten wir uns auch weiterentwickeln. Es ist in unseren Augen möglich, ein Beratungsgespräch durch datenbasierte Tools optimal zu ergänzen und langfristig sogar einen so grossen Mehrwert damit zu bieten, dass eine traditionelle Beratung nur noch in Spezialfällen Sinn macht.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir verkaufen Daten und Wissen. Es ist eigentlich relativ einfach: Kunden sagen uns – natürlich voll digital und auf Wunsch anonym – wie ihre persönliche Situation und ihre Bedürfnisse bezüglich Hypothek aussehen. Weil wir auch die Angebotsseite digitalisiert haben, können wir einen sehr genauen Abgleich machen. In etwa zehn Minuten erfährt jeder, welchen Zinssatz er bei welchem Kreditgeber erwarten kann. Ein wichtiger Unterschied zu anderen Maklern oder Plattformen: Wir finanzieren uns nicht durch Vermittlungsprovisionen, sondern durch eine transparente Plattformgebühr. Diese beträgt pauschal 119 Franken. Wir können unseren Service nur so günstig anbieten, weil der gesamte Prozess vollständig digitalisiert ist. Herkömmliche Makler erhalten vom Kreditgeber durchschnittlich meist mehr als 5‘000 Franken Provision pro vermittelte Hypothek. Auch deshalb haben wir beste Zinsen: Kreditgeber müssen die Vermittlungsprovision bei uns nicht in die Preisgestaltung der Zinsen miteinrechnen.

Wie genau hat sich HYPOTHEKE.CH seit der Gründung entwickelt ?

Wir sind jetzt gut ein halbes Jahr online und können mit dem Start sehr zufrieden sein. Die ersten drei Monate haben wir vor allem den Algorithmus verbessert und verfeinert. Das machen wir heute zwar immer noch regelmässig. Weil wir unterdessen aber wissen, dass der Algorithmus gut funktioniert, konzentrieren wir uns aktuell mehr auf Marketing. Unser Geschäftsmodell funktioniert nur, wenn wir es skalieren. Daran sind wir aktuell mit vollem Tatendrang.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Wir haben zu lange gewartet, bis wir mit unserem Produkt – beziehungsweise dem Algorithmus – online gingen. Ziemlich sicher wäre das auch schon ein paar Monate früher möglich gewesen, dann einfach mit ein paar kleinen Details, die noch nicht gepasst hätten. Wir wollten es einfach zu perfekt machen und haben gemerkt, dass die letzten zehn Prozent halt eben doch die aufwendigsten sind.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Wir probieren viel mehr aus und reagieren schneller. Wenn etwas nicht funktioniert, verfolgen wir den Weg nicht mehr weiter. Wenn wir mit einer Erneuerung Erfolg haben, investieren wir noch mehr Zeit und verbessern sie. Anfangs Juni haben wir beispielsweise einen neuen Index für Hypothekenzinsen lanciert. Wir sind online gegangen und haben in den ersten Tagen nach dem Launch noch das eine oder andere angepasst. Wenn wir damit Erfolg haben, haben wir bereits heute Ideen, wie wir die Dienstleistung des Index weiter ausbauen könnten. Auch unser Algorithmus ist nicht ein Endprodukt – er lebt von den Anpassungen und Verbesserungen, die wir immer noch fast wöchentlich vornehmen. An diese Arbeitsweise muss man sich gewöhnen, aber es ist auch schön zu sehen wie sich etwas rein Digitales entwickeln kann.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Seit Beginn legen wir den Fokus darauf, Transparenz in einem intransparenten Markt zu bieten. Alles was wir tun, richten wir danach aus. Wir sind sicher, dass wir langfristig damit erfolgreich sein werden. Viele Hypothekenmakler tun das nicht, weil sie über kurz oder lang ja durch die Provisionierung selber mitverdienen, wenn Kreditgeber höhere Zinsen verrechnen können. Wenn wir gute Zinsen haben, haben wir langfristig viele Abschlüsse. Und wenn wir viele Abschlüsse haben, sind auch die Kreditgeber zufrieden und machen immer bessere Zinsen. Dieser Plan ist aufgegangen. Wir dürfen behaupten, dass wir in vielen Fällen die besten Hypothekenzinsen am Markt anbieten.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

HYPOTHEKE.CH ist als Aktiengesellschaft organisiert. Das benötigte Kapital ist bis jetzt nur von uns drei Gründern eingebracht worden. Viel vom Kapital unseres Startups ist auch Arbeitsleistung. Wir haben in den letzten Jahren alle viel Zeit in den Aufbau investiert.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir werden den Algorithmus noch weiter verbessern und immer mehr auch Spezialfälle damit abbilden. Zudem werden noch einige Kreditgeber neu auf HYPOTHEKE.CH ihre Hypotheken anbieten. Weiter möchten wir in den nächsten Monaten damit beginnen, unser Geschäftsmodell zu skalieren. Das ist bei einem Algorithmus ja bekanntlich ein einfaches Unterfangen. Deshalb werden wir unsere Marketingaktivitäten stark ausbauen.

Vielen Dank für das Interview.

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