Ledgy hilft Startups ihre Mitarbeiterbeteiligungen, Cap Table und Investor Relations professionell und richtig zu machen

Hallo Timo, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Ledgy kurz vor:

Ich bin Timo und komme aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Freiburg i. Br. Während meines Physikstudiums an der ETH Zürich habe ich meine beiden Mitgründer Ben und Yoko kennengelernt. Seit ich klein bin, haben mich Computer fasziniert und ich habe in meiner Freizeit viel programmiert. Deshalb bin ich bei Ledgy auch CTO, obwohl ich nie eine “klassische” Ausbildung in Informatik erfahren habe.

Ein großer Spaßfaktor beim eigenen Unternehmen ist, dass man das Team und die Arbeitsweise selbst mitgestalten kann. Unter unseren 9 Teammitgliedern gibt es inzwischen schon 11 verschiedene Muttersprachen, 6 Studienrichtungen und ebenfalls 6 Nationalitäten. Dennoch haben wir viele Gemeinsamkeiten: etwa die Hälfte unseres Teams ernährt sich vegetarisch, kommt das ganze Jahr über mit dem Fahrrad zur Arbeit oder ist Star Trek-begeistert.

Welches Problem wollt Ihr mit Ledgy lösen ?

Unser Ziel ist, das europäische Startup-Ökosystem zu stärken. Wir glauben an Europa und die brillanten Köpfe auf diesem Kontinent. Daher wollen wir die besten Tools entwickeln um Europas Startups zur Weltklasse zu bringen.

Momentan liegt der Hauptfokus auf dem Verwalten der Beteiligungen. Bei deutschen GmbHs versteht man darunter meist die Gesellschafterliste und Mitarbeiterbeteiligungen. Bei uns wird also die gesamte Geschichte der Besitzverhältnisse in einem Unternehmen festgehalten. Kompliziert wird es vor allem, wenn auch die Mitarbeiter am Unternehmen beteiligt werden. Dann kommen schnell mal hunderte von Personen auf den Cap Table – und jeder davon hat meist einen eigenen Zeitplan, nach dem er oder sie Monat für Monat weitere Unternehmensanteile zugewiesen bekommt.

Rund um den Cap Table fallen außerdem weitere zeitraubende Aufgaben an. Viele Firmen lassen Dokumente noch handschriftlich signieren – aus Mangel an gut integrierten digitalen Systemen. Bei Ledgy kann man bald hunderte von Dokumenten automatisch aus einer Vorlage generieren lassen und von den entsprechenden Personen unterschreiben lassen. Das kann Wochen an Arbeit und Papier-Chaos im Büro vermeiden.

Wie ist die Idee zu Ledgy entstanden ?

Wir haben Anfang 2017 Paul und Myke kennengelernt. Die beiden hatten ein paar Jahre zuvor ihr Startup Doodle an Tamedia verkauft und wollten nun junge Gründer dabei unterstützen, selbst ein Startup aufzubauen. Als drei Physiker – frisch aus der Uni – haben wir so zum ersten Mal den Begriff “Cap Table” gehört. Im Juli waren wir dann alle bereit und haben Ledgy gestartet.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Ledgy erklären ?

Eine Buchhaltung für Besitzverhältnisse in jungen Firmen. Mehr würde ich auch gar nicht versuchen. Schon einen “Cap Table” zu erklären, ist gar nicht so leicht. Aber da wir Enterprise Software entwickeln, kommt es weniger darauf an leicht verständlich zu sein, sondern vielmehr, ein dringendes Problem wirklich gut zu lösen. Und obwohl unsere Plattform von den Nutzern selbstständig eingerichtet werden kann, wünschen sich trotzdem viele Firmen ein Telefonat, meistens einfach für das gute Gefühl.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wir haben in den ersten zwei Jahren hauptsächlich auf Early Stage-Startups fokussiert und versucht besonders junge und kleine Firmen auf die Plattform zu bekommen. Inzwischen haben wir gelernt, dass Ledgy gerade für Firmen ab 50 Mitarbeitern extrem wichtig ist und die Zahlungsbereitschaft entsprechend groß. Seit Anfang Jahres fokussieren wir uns daher vor allem auf das Enterprise-Segment.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir haben ein klassisches Software-as-a-Service-Modell. Jede Firma zahlt eine monatliche Abo-Gebühr, die an der Zahl der Beteiligten in der Firma gemessen wird.

Wie genau hat sich Ledgy seit der Gründung entwickelt ?

Im ersten Jahr waren wir 3 Gründer in einem 16 Quadratmeter großen Büro – und unser Gehalt unterhalb der Armutsgrenze. Inzwischen sind wir 9 Leute und in unserem Altbau gerade 5 m nach oben gezogen. Statt eines einzelnen Zimmers haben wir nun ein ganzes Stockwerk.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wie gesagt, sind wir momentan 9 Mitarbeiter und haben mehrere Hundert Startups als Kunden. Dieses Jahr wollen wir die Series A angehen, danach geht es bei der Anzahl Mitarbeiter sicher nochmal einen großen Schritt nach oben.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Ich glaube, wir Gründer waren gegenüber unseren Investoren zu wenig selbstbewusst und haben uns sehr vom Enterprise-Markt abschrecken lassen. Wir sehen nun aber eine riesige Nachfrage bei den größeren Firmen und am Ende es ist gar nicht so schwer, hochqualitative Enterprise-Software zu entwickeln.

Was habt Ihr daraus gelernt ? 

Mehr auf unsere Nutzer zu hören und keine Angst davor zu haben, einfach richtig gute Software zu entwickeln, die auch den Anforderungen von angehenden Unicorns genügt.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Meiner Meinung nach ist unser Team und die Kultur einfach sensationell. Eine solche Diversität und Dynamik wie in unserem Team habe ich bisher selten erlebt. Daher bin ich auch überzeugt, dass wir ein Produkt von Weltklasse schaffen können, indem wir auf das Feedback unserer Kunden hören.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir haben vor einem Jahr eine Seed-Runde über 1 Million Euro abgeschlossen. Dabei waren btov, Creathor und VI Partners als institutionelle Investoren beteiligt. Außerdem haben uns ein paar sehr gute Business Angels unterstützt, wie etwa Paul Sevinç und Myke Näf von Doodle, Daniel Gutenberg und Luis Cabiedes aus Spanien.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir wollen die besten Startups aus der DACH-Region auf unserer Plattform bringen und damit dann die Series A anstreben. Ein wichtiger Milestone ist die Integration von digitalen Signaturen. Da auf Ledgy alle Mitarbeiter erfasst werden und von Firmen als zentraler Dokumentenspeicher genutzt wird, ist es ein idealer Ort Workflows innerhalb der Firma komplett ohne Papier abzuwickeln. Dank der eIDAS-Regulation werden auch juristisch inzwischen immer mehr digitale Signaturen anstelle von Papier akzeptiert.

Vielen Dank für das Interview.

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